Samstag, 14. August 2010

Das Prinzip der Prinzipien



Lange, lange Zeiten hindurch bin ich damit beschäftigt meine Wohnstatt kennen zu lernen, aufzuräumen, zurecht zu rücken, auszuprobieren, stehen zu lassen, zu verwerfen.

Zur Nacht lege ich mich hin, schliesse die Augen und betrachte mein Werk und freue mich, wenn ich sagen kann, "...und es war gut so!" Ich verstehe so manche Worte immer besser, z.B. "Vorhaben", für einen nächsten Tag. Raum und Zeit bekommen eine lebendige Bedeutung, oder Bewegung in Raum und Zeit. Ich lerne mein Haus kennen, gestalte es...

Kreisläufe, ein schöner Begriff, oder "Wie im Kleinen so im Grossen". Neben all dem Tun in meinem Haus entdecke ich das Besinnen, es wandelt sich zum Be-Sinnen. Das Sinnen als eine Kraft, eine schöpferische Kraft mit der ich durch die Gänge meines Mobiliars schreite. Ich kann mich be-sinnen, aber auch das da draussen. Mein Radius weitet sich, erschaffen durch mein ordnendes Tun, mein Blick weitet sich und öffnet sich immer weiteren und tieferen Fragen.

Was tue ich hier eigentlich? Warum? Je mehr Ordnung, je mehr Übersicht. Je mehr Übersicht, desto mehr kann ich zusammenfassen, alles wird mir handhabbarer. Durchsicht, Einsicht, Umsicht, welch schöne Begriffe, wenn sie dann auch noch zu leben beginnen und mit mir Kontakt aufnehmen. Ich entdecke den Begriff Oberbegriff, eine Art Behältnis für meine Sammlungen, eine Art Fotoalbum, das ich sogar zuschlagen kann und nur zu öffnen brauche, wenn ich wieder eine Frage habe. Ich stelle es in mein Regal, neben andere Bücher -- und betrachte sie.

Ich habe meine Wohnung kennengelernt und habe sie im Blick, Ich. In meinem letzten Begriff, dem "Oberbegriff", entdecke ich das schlummernde Prinzip, das in ihm steckt, so eine Art Schweizer Taschenmesser, ich kann es auflappen und zuklappen, ich kann es anwenden, es hilft und dient mir. Ein Prinzip ist ein Gesetz, ein lebendiger Zusammenhang von sich gegenseitig bedingenden Abläufen und Zusammenhängen. Durchdringe ich ein Prinzip, eröffnet es mir schier unendliche Gestaltungsmöglichkeiten, je nach Prinzip.

Gibt es das Prinzip aller Prinzipien? Ein Prinzipienprinzip? Prinzipien sind durch sich selbst unvollkommen, ruhende Keime, wenngleich in ihren schlummernden Anlagen vollkommen, je nach Prinzip. Das Prinzip der Prinzipien interessiert mich. Einzelprinzipien sehe ich im Bilde wie farbige Kugeln, schillernde, ruhende Universen. Bringe ich Prinzipien zusammen, dann verbinden sie sich zu "Molekülen", zu kommunizierenden Verbindungen, bis hin zu Eigenbewegungen. Selbst wenn ich weiss was ich tue, so weiss ich dennoch nicht, was ich da tue, was dadurch geschieht, wenn ich sie zusammen bringe. Das Prinzip der Prinzipien wird mir zu meiner Gottesvorstellung.

Ich trete vor die Tür und sinne darüber nach, ob es was damit zu tun hat, wenn gesagt wird, "...im Urbeginne war das Wort ---". Wie lerne ich sprechen? Was sind Worte, was Buchstaben? Hilft mir jemand dabei? Muss ich das alles allein erlernen?

18 Kommentare:

Monika Maria Neumeyer hat gesagt…

Das Prinzip der Prinzipien war in Bezug auf das Wort, das Wort. Im Urbeginne hat einer gesagt. ES werde ... da waren es schon zwei Wörter.

*

Am Morgen stehe ich auch auf und sage: Es werde ... weil ich könnte ja auch einfach liegen bleiben und mich auflösen. Dann komme ich aber in die Reiche der Konsequenzen und lerne die mal «anständig» kennen.

Auch wenn ich nicht sprechen kann und ein Analphabet bin, werde ich WISSEN, wie bestimmte Dinge funktionieren und wie nicht. Naturvölker sind die besten Kenner der Gesetzmäßigkeiten der Natur.

Und selbst wenn ich einsam als Wilder aufwachse besitze ich die Fähigkeit zu beobachten, wahrzunehmen und besitze ein Bewusstsein davon. Steiner sagt, zerschlage einen Stein und er wird dabei ein Wohlbefühl empfinden.

Mit anderen Worten: ES ist alles mit BEWUSSTSEIN durchdrungen. Und wo Bewusstsein ist, ist etwas da, was das SEIN gespiegelt wahrnehmen kann und das verstehe ich unter bewusst. BE-Wusst. Wissen, dass BE außerhalb von «mir» ist. Und Wissen, dass BE auch ich ist.

Anonym hat gesagt…

Die passende Frage zur Antwort von Garfinkelstein!

Anonym hat gesagt…

Das sind eben die letzten fragen des Kosmos. Nur die vorletzten haben noch Antworten.

manroe hat gesagt…

Tja, TD, vielleicht ist es auch so, ... die letzten werden die Ersten sein ...?

Werner hat gesagt…

Deine Prinzipien sind dem Inhalt nach Gedanken.
Das Prinzip der Prinzipien ist das Denken - das Lebendige.

Die Prinzipien kann ich denkend erfassen.

Selbst denkend,
wissend,
dass ich selbst es bin,
der die lebendigen Gedanken erfasst,
bewege ich mich bewusst durch das, was Du hier die "einzelnen Prinzipien" nennst.

Ich Erkenne, verbinde, trenne, differenziere DENKEND - DAS Prinzip - die Einheit - das Wort.

Im Urbeginne war das Wort ...

Pensèes ...

Werner hat gesagt…

Gedanken sind das Licht der Welt.

Und das Licht scheint in die Finsternis.

Doch die Finsternis hat es immer noch nicht begriffen.

Pensèes - logisch!

Monika Maria Neumeyer hat gesagt…

Licht ist nicht gleich Licht ...

Wann immer die Liebe fehlt, habe ich das Licht und die Finsternis wahrgenommen, aber noch nicht angenommen.

manroe hat gesagt…

"Doch die Finsternis hat es immer noch nicht begriffen."

"Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde; die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Wasser.

Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht. Gott sah, dass das Licht gut war. Gott schied das Licht von der Finsternis." (siehe mein Icon)

Entzünde Ich in mir des Denkens Licht, um zu sehen wo und dass ich bin, bedenke ich. Das sind die ersten wirklich eigenen Schritte.

Die Liebe ist eine Frucht, mit ihr beginnen kann ich nicht. Würde ich lieben, was ich noch nicht erkenne, wäre es in meinen Augen keine wahre bzw. freie individuell erworbene Liebe, sondern eine Diktion.

Vielleicht verwechselt man auch leicht ein aufrichtiges, staunendes Interesse mit Liebe oder einer Form der Hingabe? Darin würde ich dann eine Art "Zubringer, Werkzeug" erleben, die in Liebe münden kann, zur Liebe werden kann.

Liebe ist dem freien Menschen eine Frucht, anders lässt es sich nicht sehen.

manroe hat gesagt…

... und Liebe ist auch nicht gleich Liebe.

Und mir geht es (hier) und auch sonst um die ersten Schritte, die müssen und sollten klar und deutlich "beschriftet" werden. Oder wie unterscheide ich die Binsenstrasse in Hamburg von der in Berlin?

RUDHI Rüscher hat gesagt…

Das höchste Prinzip ist prinzipienlos, frei, SELBST-verständlich...

Monika Maria Neumeyer hat gesagt…

Ja, so ist es: Liebe ist nicht gleich Liebe.

Kann «Ich» «ich+ich» annehmen, interessiert mich die Binsenstrasse in Hamburg oder Berlin nicht mehr. Ich bin dann ICH mit ich+ich. .... Und des Weiteren bin Ich (ICH mit ich+ich) auf dem Weg nach neuen ER-Fahrungen. Aber die Binse braucht mir keiner mehr zu ER-klären, weil ich ZWISCHEN-Zeit-lich «Binse» geworden bin.

Die Binsenstrasse von Hamburg und Berlin kann ich unterscheiden und den Weg dahin kenne ich auch, weil ich DA war.


Wie sagt Lao tse:
Ohne aus der Tür zu gehen,
kann man die Welt verstehen.
Ohne aus dem Fenster zu gucken,
des Himmels Tao sehen.
Weiter wandern, weniger verstehen,
der Weise bleibt und erkennt.
Er sieht ohne Gucken
und wirkt ohne Tun.

;-)



Im Anfang war Gott, der kannte sich aber noch nicht, weil er keinen Spiegel hatte, um sich zu sehen. Also schuf er Himmel und Erde und teilte sich. Nun war Gott Himmel und Erde zugleich, aber Gott schaute zu.


Im Prinzip der Prinzipien WAR .... wir nennen es Gott als Summe aller Summen EINS.


Im Uranfange WAR das Wort, und das Wort WAR im Schauen auf Gott, und Gott WAR das Wort.
Dieser WAR im Uranfang in der Schau auf Gott.

Alles ist durch Ihn geschaffen worden,
und abgesondert von Ihm entstand nicht ein einziges Wesen;
gestaltendes Leben war in Ihm das göttliche Werk.

Dieses Leben ward für die Menschen das Licht;
und das Licht beschien die im Werk erstorbene Schattenwelt, ihre Dunkelheit hat es nicht aufgenommen.



Ich BIN, die ich BIN .... bewusst SEIN.


Rudi, Danke. Genau so.

manroe hat gesagt…

@RUDHI

...genau! Wenn man da ist. Oder aus dem kann. Oder weil Gott keinen Namen haben kann. Hiesse er Peter, könnte er nicht mehr Mary sein.

Ich denke man muss unterscheiden zwischen Schöpfung und Schöpfer. Der Schöpfer ist Prinzipienfrei, die Schöpfung erwartet Prinzipien. Kann man das so sagen?

manroe hat gesagt…

Und nochmal. (Monika)klakör

Ich kann die letzten "Dinge" denken und komme auch immer wieder zur letztlich gleichen Antwort, Ansicht. Ich verstehe, was Du schreibst.

Aber mir geht es hier um die ersten Schritte auf dem Wege des neuen Menschen und sein Name heisst Freiheit. Mir geht es um SEINE Wege in seine/die Freiheit -- und da insbesondere um die ersten Schritte, sie sind die wichtigsten, weil sie seine Grundlagen bilden, auf denen seine weiteren gründen.

Betritt man die Freiheit, ist eine der ersten Grundbedingungen, dass man seine "Werkzeuge" kennt und zu benutzen weiss, seine. Und "Selbsterkenntnis" ist ein inzwischen derart ausgelutschter Begriff, dass er eigentlich nichts mehr lebendig auszusagen weiss, begibt man sich nicht in den Bereich jenseits der Begriffe.

Jenseits der Begriffe bleibt einem nichts anderes übrig, als zu beschreiben, was man sieht. (Man kann auch mit Begriffen sehen, oder durch, aber man sieht.) Das Gesehene wahr-nimmt, "runterschluckt", gedanklich begleitend verdaut, um nach der Speise gestärkt den nächsten Schritt zu tun.

Bin ich zum nächsten Schritt geworden, durch mich selbst, nützt es mir fast gar nichts, wenn ich mir ständig die letzten Wahrheiten vorhalte, weil die Übersetzung fehlt, die Umsetzung in der Gegenwart. Ich benötige in der Freiheit ein "Gegenwartsinstrument", das mir das Gegenwärtige "übersetzt" in meine Handlungsfähigkeit. Werner spräche jetzt vom Denken und ich stimme ihm zu, aber, wie SIEHT Denken aus in der Gegenwart, ganz konkret, Anschauung für Anschauung. Monika arbeitet mit ihrem Beobachter, den kenne ich auch. Ich würde hier gern sehend hören, was er wie sieht. In einem solchen Sinne bin ich hier.

Monika Maria Neumeyer hat gesagt…

Vielleicht gehst Du einfach mal auf das ein, was ich sage, anstatt mich Mooooooonika und klakör zu nennen. Denn das zeigt für mich deutlich, in welchem Bewerten zu noch stehst.

Monika Maria Neumeyer hat gesagt…

«Die Liebe ist eine Frucht, mit ihr beginnen kann ich nicht.»

Aha ..... !


«@RUDHI

...genau! Wenn man da ist. Oder aus dem kann. Oder weil Gott keinen Namen haben kann. Hiesse er Peter, könnte er nicht mehr Mary sein.»


Was ich darunter verstehe ist, dass Du mich klakör nennst, weil ich wie Du Rudhi in seiner Aussage bestärkt habe.

Komisch, Manfred, nicht wahr ......
Aber Deine Antwort, Manfred, ist nicht logisch, auf das, was Rudhi gesagt hat!

Werner hat gesagt…

... und das Licht scheint in die Finsternis ...

Ich brauche das Licht nicht zu entzünden. Das Licht scheint. Das brauche ich "nur" selbst in meinem Innern zu erkennen.


Die Liebe ist eine Schuld.
Je mehr man gibt, desto mehr Schuld trägt man ab.

Liebe ist eine Frucht, die aus der Erkenntnis heraus wächst.

Liebe ist das, was uns mit Gott verbindet.

Die Liebe als Selbstliebe trennt uns von Gott.

Liebe ist ein Wort.

Liebe ist mehr als ein Wort.

Liebe ist nicht denkbar.

Liebe ist der schönste Gedanke.

Liebe ist unaussprechlich.

Liebe ist die schönste Sprache.

Liebe ist ohne Logik.

Liebe? - Logisch!

Pensèes ... sind Blumen ... sind Gedanken ...

Monika Maria Neumeyer hat gesagt…

«Liebe ist eine Schuld»

Danke, Werner.

So sehe ich das auch.
Indem ich annehme, egal wie es sich zeigt, bringe ich ihre Teile, ihre Liebesfrüchte zurück.

Die «Früchtchen» der Erde und ihre Früchte, die «geborenen», geteilten in männlich und weiblich, hebe ich hoch. Diese erkennend trage ich zurück zum Tor, wo sie einmal «entsprungen» (auf den Weg gegangen)
sind. Ich HABE geliebt und so gezeugt. Als Zeugen sind sie geboren.

Alles trägt die Antwort der Liebe in sich. Von der niedersten bis zur höchsten Liebe.

Wenn Liebe eine Schuld ist, so war sie ur-sprünglich nicht schuldig und von Anfang an da. Schuld trägt die Entzweiung in sich. Nichtschuldig bedeutet angekommen zu sein.

Da angekommen zu sein. Hier hinein gestorben zu sein, bedeutet alle Teile zu mir zurück genommen zu haben. Das Gesetz erkannt zu haben.

Das Tor ist das Herz. Hier werden die gesetz-ten Lanzen eingesammelt.

Und der Schmerz kann sehr, sehr groß sein und das Herz kann ausgesprochen «ausflippen» darob. Und je mehr es ausflippt, desto entfernter war ich von der Liebe.

Darüber kann ich viel reden. Wer aber nicht darüber redet, sondern dies erfahren hat, der weiß, wovon er/sie spricht und sie/er weiß dann auch, wie Heilung funktioniert.

Anonym hat gesagt…

Hallo.
Ich mochte mit Ihrer Website bild-beschreibungen.blogspot.com Links tauschen