Dienstag, 15. Februar 2011

Zwischen Raum und Zeit



Im Körper, inkarniert, bin ich gebunden an Raum und Zeit, wie immer das funktioniert, ich weiß es nicht. Aber weil dem so ist, sind auch unsere Gedanken und Gefühle und Erlebnisse diesem Raum-Zeit-Erleben angepasst. Wir denken und fühlen in Strecken, wenn ich das jetzt mal als Bewegung in Raum und Zeit sehe. "Letzte Woche, da hatte ich..." "In der nächsten Zeit, da möchte ich..." Ich selbst befinde mich im Verhältnis zu solchen Gedanken in einer gewissen Entfernung, sowohl räumlich als auch zeitlich.

Habe mir grad bei einem Spaziergang vorgestellt, warum auch immer(?), was ein Bergsteiger wohl erlebt, wenn er tödlich abstürzt. Ob er wirklich große Schmerzen erlebt, oder seine Angst vielleicht sogar mächtiger ist -- und wenn er dann "aufwacht", vom Körper befreit und sich vielleicht wundert, daß er keine Schmerzen hat und spontan dann vielleicht denkt, nochmal Glück gehabt, bis er plötzlich merkt, weil er seinen Körper da liegen sieht und er sich nicht rührt, daß er vielleicht tot ist(?)

Jetzt wird er doch wohl frei sein von Raum und Zeit und dennoch erleben, ohne Raum und Zeit. Wird er dann nur erleben können, was ihm durch seine Geistseele zieht? Immer nur das, was er gerade erlebt, erleben kann? Man kann ja nur erleben, was man erleben kann(?) Immer, alles, nur gegenwärtig.

Liegt es vielleicht daran, daß, wenn man Kontakt zu Verstorbenen hat, bekommen kann, möchte, sie NUR gegenwärtig erreichbar sind, ganz unmittelbar und vielleicht daher das Erleben kommt, daß sie immer da sind, an den Schnittstellen gegenwärtigen Erlebens, weil es keinen Raum gibt, keine Zeit, sondern NUR das, was man wahrnehmen kann?

12 Kommentare:

Annemarie hat gesagt…

Hey Manfred, genau die Fragen stellte ich mir auch schon. Und ich erlebte bei meinem Zusammenbruch, der für mich wie ein Sterben war - so fühlte ich es jedenfalls - eben jenes Phänomen des Augenblicks - Jetzt und Jetzt und Jetzt - vollkommen klar und bewusst.
Alles um mich herum war wie in Zeitlupe, fast könnte man sagen, ich wusste vorher, was kommen würde, ohne dass es mir wirklich bewusst war - aber vom Gefühl, vom Empfinden, von der Intuition her.

Das war regelrecht erschütternd für mich, weil es gleichzeitig passierte. Dieses Sterben-Gefühl mit all der Angst und Panik und dieses Jetzt-Empfinden, das irgendwie dazu führte, dass ich alles um mich herum in Zeitlupe erlebte und in einer Klarheit, die unbeschreiblich war.

Und dann noch das Gefühl, dass noch etwas da ist, was jenseits aller Angst ist, war zuschaut, teilhat, ohne zu empfinden oder zu agieren, reine Präsenz.

Unglaublich.

Danke für deinen schönen Beitrag.

Annemarie.

manroe hat gesagt…

Liebe Annemarie, ich hoffe allerdings, dass Du inzwischen wieder gut stabilisiert bist und solche Erfahrungen von Dir gut integriert werden können. Und wenn, sind sie sicherlich eine riesige Bereicherung, auch im Hinblick auf die Gewissheit, die dann als eine echte, wahre Ruhe in einem sich manifestiert. Von da aus lässt sich gut schauen.

Ich glaube, dass ohnehin eine Zeit kommen wird, in der wir mit Bewusstsein zwischen beiden Welten uns bewegen werden, das wäre dann eine Zeit, so erscheint es mir zumindest, wo das inkarnierte Leben dann eine permanente Selbsterkenntnis sein wird. Zumindest für die Aufarbeitung dessen, was wir als Karma bezeichnen. Was davon frei sein wird, wäre ein schöpferisches Tun.

Annemarie hat gesagt…

Oh ganz sicher. All die Veränderungen zeigen es an, glaube ich.

Danke der Nachfrage und nein, lieber Manfred, ich habe mich noch nicht erholt. Dauert an und ich kann es nicht beschleunigen, allenfalls mir etwas Erleichterung verschaffen. Immer noch brennt der Körper, als stehe er unter Strom, immer noch Schwindel, Missempfindungen in Händen und Füßen bis hin zu Gefühllosigkeit, immer noch Herzprobleme...
Ich muss einfach Geduld haben.

Einen schönen Abend dir.

Annemarie

Monika Maria Neumeyer hat gesagt…

Berührst mich seit geraumer Zeit ganz besonders, Manfred. –

Mein Bewusstsein ist mehr als mein Körper.
Der Körper ist ein Gefüge wie ein sehr starker Magnet ... «andere Kräfte» halten ihn zusammen und ich kann mit ihnen kommunizieren.

Ich weiß es ... aus Erfahrung.

manroe hat gesagt…

Dank Dir Monika, bist ja auch mein Schwesterchen :))

Magst Du vielleicht mal ein paar "Bilder" bringen, ein wenig beschreiben, wie Du kommunizierst? Würde es gern mal vergleichen mit meinen miren.

Monika Maria Neumeyer hat gesagt…

Kommunizieren:
Vielleicht mal so umschrieben ... ich verweile in einer ständigen Beobachterrolle ... stehe wie außerhalb von mir, wie wenn Ich mich von der anderen Seite gegenlese. Wenn ich schreibe, so geschieht dies ganz besonders.

Lebe ich mit Fragen und verweile in der Beobachterrolle, so kommen die Antworten wie «Einschläge» «im Imperativ». Dabei steht meine Person wie außen vor. Die Antworten sind wie ein Erschüttern meines Wesens und zwar völlig unabhängig davon, ob sie mir passen oder nicht. Da ist niemand, der wertet oder irgend etwas erwartet. Die Antworten kommen in Worten oder Bildern, Farben oder Zahlen usw.; es können «Begebenheiten» sein, die eine Verknüpfung zu meinen Fragen herstellen. Die Bilder können auch von außen kommen. Nicht nur von Innen. Manchmal sind das mir völlig fremde Schriftzeichen, die ich «entschlüsseln» kann.

Kann auch sein, dass sich ganz verschiedene Texte oder Bilder aus der Mythologie sich zu EINEM Bild fügen und mir den Zusammenhang offenbaren.

Sehr oft fallen Frage und Antwort unmittelbar zusammen. Manchmal muss ich sie länger in mir bewegen, bis ich den MOMENT ANZIEHE.

Du sprichst oben von miren. Ich nehme an, dass dies kein Schreibfehler ist ;-)

Ich weiß nur, dass auf diese Art, wie ich sie oben beschrieben habe, nur EINER antwortet und keine mire mehr. Kein Gesetz in mir, keine Lust, keine Besserwisserin, keine, die noch etwas will usw..

Vielleicht dies noch: Es hat eine Situation in meinem Leben gegeben, wo ich mich deutlich außerhalb meines Körper befand. So deutlich, dass ich das Spiel drei Mal spielte, wie es sich anfühlt, in diesen Körper zu schlüpfen und wie es sich anfühlt, ihn zu verlassen. Da habe ich diesen enormen Magneten erlebt, wie es mein Bewusstsein anzieht. Das war 1995.

manroe hat gesagt…

"und ich kann mit ihnen kommunizieren."

Mein miren" bezog sich auf Dein "Ihnen".

Ja, ansonsten verstehe ich Dich sehr gut mit dem wie Du es schilderst. Ich hatte es mal als gesunde Schizophrenie bezeichnet, seinerzeit, bis ich dann erkannt habe, dass man zu einer wirklichen Einheit nur dann kommen kann, wenn es den von Dir geschilderten Beobachter gibt, wie denn sonst, denn ER ist die wahre Einheit und entscheidet, oder besser sollte entscheiden und tut es auch, wenn man niemanden sich davordrängeln lässt aus Bequemlichkeit, Gewohnheit oder nicht genau genugem Hinsehen.

Und EINER antwortet und keine mire ist richtig, wenngleich schon mire beobachtet und befragt werden können und auch sollten, vom EINEN aus.

Wenn die BILD-Zeitung schreibt, als ihr "Bekenntnis" gewissermassen: "BILD Dir Deine Meinung", dann fordert sie dazu auf, die Einheit zu torpedieren und sie zu atomisieren, dieser Spruch ist direkt vom Antichristen erdacht, ähnlich dem in der Werbung, an alle Frauen gerichtet "Denk an Dich"! OHHHH, würde man das durchschauen, was da gesagt wird und wie das wirkt!!

Es gibt eine echte Vielfalt aber nur eine echte Einheit. --- Und diese "Doppelwelt", die da von BILD und in der Werbung angesprochen wird.

Monika Maria Neumeyer hat gesagt…

Das interessante am Beobachter ist, dass er sofort am «anderen» erkennen kann, was zusammenführt und was zersplittert und zwar vorurteilslos.

Ich nenne es bewusst zersplittern und nicht teilen. Weil Unterscheidungsvermögen ist ja da, wenn ich beobachte, allein schon aus der Tatsache, dass ich noch beobachten kann.

Mir ist der Begriff Antichrist mittlerweile zu abstrakt, weil er irgendwie personifiziert wirkt genau so wie der Begriff des Christus. Zersplitterer passt für mich viel besser. Da ist eine unglaubliche «Macht» «macht» vorhanden, welche mit Gewalt zerstört. Und: sie gehört ganz deutlich mit dazu, zu dieser Welt der Dualität, in der Ich als Bewusstsein und Beobachterin verweile.


Die BILD ist ein gutes Studienobjekt – überhaupt alle Medien ... ;-)

manroe hat gesagt…

"Mir ist der Begriff Antichrist mittlerweile zu abstrakt, weil er irgendwie personifiziert wirkt ..."

Naja, das mag man dann sehen wie es einem am besten gelegen ist, ich sehe gern alles wesenhaft und man kann bei Deinem "Zersplitterer" ja auch fragen, wie das geschieht, bzw. welche Wesenhaftigkeiten da am Werke sind. Und Antichrist ist für mich schon ziemlich lebendig und real und verweist auf bestimmte Taten, Absichten, Kann-Nicht-Andersse..., vielleicht sogar irgendwelche Kampfplätze, Absichten and so on.

Und wieso personifiziert? Erlebst Du abstrakte Abläufe oder wie schaust Du es an?

Monika Maria Neumeyer hat gesagt…

Ich sehe «es» auch als Wesen-Haft
Manfred.
Wenn ich sie «sehe», so erlebe ich sie in mir wie einen tiefen Schmerz.
Sie «sprechen» zu mir, wie oben beschrieben.
Damit sie «mich» nicht zersplittern, erfordern sie von mir sofortige Stille, in der ich mich wieder sammeln kann.

Monika Maria Neumeyer hat gesagt…

Lieber Manfred
Hier noch der Bericht einer blinden Frau, die ein Nahtoderlebnis hatte:

http://www.youtube.com/watch?v=lnXq0mtC280

manroe hat gesagt…

Dank Dir Monika, als Blinde hier, sehend da. Und Steiner sprach in seinen Leitsätzen vom "Im Denken sehend werden..."