Sonntag, 30. Januar 2011

Oh Du mein Verstand!



Ach, da bist Du ja, ich habe schon so lange nach Dir gesucht, ich habe etwas in mir getragen, so ein unbestimmtes Bild, das mit mir zu sprechen versuchte. Ich habe es anfangs gar nicht so recht bemerkt, weil ich dachte, so sieht es halt aus, in mir, wenn ich da hinschaue, das ist wohl so. Aber mit der Zeit kristallisierte sich etwas heraus aus diesem inneren Panorama, dieser Kulisse für mein Dasein, mein farbiger Schatten, meine Echos, meine Heimat. Aber da war so ein bestimmter Klang, bis hin zu Stimmen einer Sprache, die man so nicht kennt, Sprache deshalb, weil es mich anzusprechen schien, eine ganz bestimmte Bewegung, eine Form, als wolle sie mich auf etwas verweisen. Oh Gott, wie blind man eigentlich ist, wie schwer es doch ist, sehen zu können was man sieht, sich ansprechen zu lassen von sich selbst, nur weil es kein grammatisches Deutsch ist? Oh Du mein Verstand, Du sollst mir dienen, nicht mich beherrschen, Ich sage Dir, auf was dein Sinn sich richten soll. Oder hattest Du bislang keinen Ansprechpartner?

Sonntag, 14. November 2010

Alles lebt



Man stelle sich mal vor, wir hätten keine Sprache.
Wie würden wir uns bewegen innerhalb unserer Erlebnisse ohne das Ausdrucksmittel einer Sprache?
Wie würden Begegnungen verlaufen, wenn der erlebte Innenraum keinen Kanal hätte, um sich verständig mit-zu-teilen?
Würden wir platzen oder an uns selbst ersticken?
Wie würden Erlebnisse zu Erfahrungen werden?
Ginge es?

Blieben wir in uns allein mit uns, wären wir dann wirklich allein?
Könnte man ein Fortschreiten mit uns allein als Selbsterkenntnis bezeichnen?
Erlebtes erleben, erleiden, --- ?

Dann bilden wir uns Benennungen, vergeben sie, damit wir uns orientieren können, wenn wir uns mit-teilen, weil wir es wollen müssen, um mit dem klar-zu-kommen, was wir erleben.

Und dann form-ulieren wir uns eine Sprache.
Wenn ich andere Sprachen höre, japanisch oder chinesich z.B., dann wundere ich mich jedesmal, was sich alles verstehen lässt.

Ihre Kernpunkte sind dann die Begriffe, gebildete Objekte, so nennen wir dies und das verbinden wir damit.
Begriffe gliedern und unterscheiden, um einer Gesamtsicht willen, um eines Überblicks, einer Handhabbarkeit willen, wir sollten sie fast heilig hüten, denn sie haben die Kraft, uns aus dem "Irrgarten" zu führen in dem wir stecken.

Wir sind umgeben von lebendig webenden ... --- ... welche Sprache ist das? Wer oder was spricht da?

Dienstag, 2. November 2010

Formen-des Denken(s)


Was tue ich zuallererst, wenn ich es tu?
Besinnen.
Anfängliches Sinnen beginnt zu Be-Sinnen.
Und in dieses Be-Sinnen strömt etwas ein, so als würde ich einem Laser die Energie des Lichts geben, damit er es bündelt.

Ich lasse etwas in mich einströmen, oder ich stelle mich in dieses Strömen und lausche, um besser be-sinnen zu können.
Ein ungeformtes Raunen, ein Rauschen zunächst, was in mich einströmend mich umströmt.

Ich bedarf dieser Energie, dieser Bewegung, um sie formen zu können.
Je mehr ich so sinne entsteht, erwächst eine kreative Umgebung, die zu mir zu sprechen beginnt, in dem Maße wie ich mich ihr selbstlos gebe und anvertraue.

Erst dann bilden sich Fragen, die mich mich lenken lassen, weil sie Formen zeigen, die mich wacher machen.
Ich vermag genauer hinzusehen und genauere Fragen zu form-ulieren.
Ein Gespräch entwächst dem anfänglichen rauschenden Raunen.
Ich werde inspiriert.

Und wache dahinein auf.

Montag, 1. November 2010

Dass das geht ?!?


Wenn man erlebend bemerkt, daß man in der Unpünktlichkeit Diebstahl begeht.

Wenn man sich fragt, was man wie und warum tat, statt pünktlich gewesen zu sein, wo man war und ob man eingeschätzt hat was es bedeutet hat.

Wenn man die Substanz spürt, die verlorengegangen ist, beim Unpünktlichsein, dass man da vielleicht ein "Loch" gerissen hat (?)

Wenn ich mir im Frühjahr eine Blüte anschaue, an einem Apfelbaum und nach einiger Zeit sehen kann, wie es zwischen Stiel und Blüte dicker wird. Und sich innerlich staunend fragt, wo diese Substanz herkommt, diese Substanz, die zum Apfel wird und der Baum doch der gleiche bleibt (?) -- und dass es keine Kirsche wird, sondern ein Apfel, staunend sich fragt ohne "wissenschaftlich" irgendwie herumfaselt, wie das angeht. An dieser Stelle wünsche ich mir im Alphabet ein Staunzeichen, zusätzlich zum Fragezeichen.

Wenn man sich mal fragt, wie fragen geht und vor allem dass es geht, genau betrachtet vielleicht sogar nur durch fragen (?) Was tue ich, wenn ich frage und was geschieht dadurch?

Ist fragen auch gleich denken?
Kann man denken, wenn man nicht gefragt hat?

Wo geht es hin, was ich angefragt habe, wie "fange ich es auf" ? Wer/was bringt mir was entgegen ? Ist es so ?

War es ein Zwiegespräch, ein Gespräch, oder war ich ursächlich Schöpfer? Wie geht das, ohne gleich alles mit Begriffen zu bombardieren und zu erklären, denn, vielleicht stimmen sie gar nicht, die Begriffe? Bekomme ich nur durch Denken eine Antwort?(!)?

Wie verstehe ich ? -- ?
Tue ich da etwas oder geschieht da etwas mit mir?

Welche "Werkzeuge" sind mir gegeben, um mich hier zurecht zu finden ?

Ist z.B. Moral nur ein Begriff ? Gibt es überhaupt einfach nur Begriffe ? Liegt es vielleicht am falschen Gebrauch von Begriffen, dass unsere Natur zu verdorren beginnt ?

Sonntag, 12. September 2010

Jenseits aller Worte - Karin Graf



Möchte ich etwas mitteilen, dann rhythmisiere ich.
Rhythmische Prozesse als Bewegung aus der Stille -- ins Leben.
Von Trommelfell zu Trommelfell :)

Samstag, 11. September 2010

Wie bemerke ich die Gegenwart?



Wenn ich "nach vorn" schaue, zukünftig, tauche ich in Erleben ein, strebe ich Erfahrung an und lasse dies gerinnen zum Wissen durch mein denkerisches Denken, würde ich jetzt gern sagen, weil ich im Denken eine Art Universal-"Werkzeug" erlebe, mit dem ich denke, Ich. Ich denke. Und ich denke dann das, was sich meinem Wahrnehmen darbietet. Wahrnehmen jetzt im umfassenden Sinne. Wahrnehmung wäre für mich auch, zunächst, ein mir mir selbst vorgelegtes Wissen, das bereits einen denkerischen Weg durch jemand Anderen zurückgelegt hat, das dann erneut von mir erschlossen sein will, um zum eigentlichen Wert vordringen zu können, der in ihm für mich verborgen ruht.

Drehe ich mich jetzt um und schaue zurück in meinen erworbenen Schatz hinein, blicke ich in Gewordenes, Errungenes, Vergangenes, in die Vergangenheit.

Eigentlich befinde ich mich in einem Nährboden aus einerseits gewordenen "Produkten" und in zu schaffenden "Produkten" andererseits. Ich schaffe und verdaue. Meine beiden "Arbeitgeber" sind Vergangenheit und Zukunft. Aber lokalisieren kann ich sie nicht, weil sie sich durch meinen "Standpunkt" eigentlich selbst benennen.

Besinne ich mich selbst, also mich als Inkarnierten, sehe ich mich "stehend" inmitten der "Substanzen", die noch auf mich warten und denen, denen ich bereits mal meine Aufmerksamkeit gegeben habe. Ich spreche mich selbst als Produzenten an, schaue mir dabei zu und befrage mich ob eines nächsten Schrittes. Ich befrage sowohl die "Vergangenheit" als auch eine "Zukunft" und lasse in den Inkarnierten dort meine Intentionen einfliessen, mal sehen, was er macht und wie und ob es vielleicht scheitern könnte.

Ist Gegenwart jetzt so etwas wie ein Plan, den ich mir selbst zuführe? Gegenwart, die Startlinie für einen nächsten Energieinput? Zumindest bemerke ich, dass, wenn ich es bin der tut, für ein wirklich Neues, ein solches aus einem "Nichts" heraus geschieht, ja geschehen muss, wenngleich ein solch vermeintliches Nichts "gezündet" werden muss aus einem Energieimpuls, -zentrum heraus, der bereits aus etwas bestehen muss, ansonsten könnte ich den initialen Impuls nicht starten.

Und ein solches Bild betrachtend mit der Frage nach Leben und Tod, oder nach Leben oder Tod, vermag ich nicht zu beantworten. Und dennoch scheint mir die Antwort in einer solchen Frage, in dieser Frage, zu liegen. Solche Bilder erlebend frage ich mich, ob es Wahrbilder sind und was Bilder in Wahrheit sind.

Sonntag, 15. August 2010

Von Mensch zu Mensch




Vor so einigen Jahren habe ich geraume Zeit mehrere Stunden täglich klassische Musik mit meinem Recorder aufgenommen, direkt und per Zeitschaltuhr. Das ganze Spektrum von den Anfängen bis hin zu sogenannter moderner Musik. Im Hören dieser Musik ist mir erlebbar geworden, wie der Mensch die Musik immer mehr für sich ergriffen hat. In der ganz alten Musik ist der Mensch selbst eigentlich nicht vertreten, sie hatte mehr lobpreisenden Charakter des Göttlichen, dann zog sie immer mehr in ihn ein und der Mensch gestaltete sie immer mehr aus sich heraus selbst.

Steiner hat aus der Theosophie die Anthroposophie "gemacht", die Christengemeinschaft heisst es Menschenweihehandlung statt Gottesdienst. Der Zeitenlauf hat begonnen den Menschen direkt anzusprechen, die Zeit wartet darauf, mit dem Menschen selbst zu sprechen. Offensichtlich sieht sie in ihm die Möglichkeit, ja die Notwendigkeit einen solchen Kontakt geradezu zu fordern, inzwischen. "Ändert Euren Sinn"! Der Mensch ist gefragt und gefordert.

Der Mensch wird erwachsen, mündig, verantwortlich. Menschen sind es, die immer intensiver mit-ein-ander sich besprechen, mitteilen, austauschen müssen. Sie müssen sich bereit erklären immer offener und tranparenter für-ein-ander zu werden. Die Person Mensch muss tönen, "Rede oh Mensch und Du offenbarst durch Dich das Weltenwerden...".

Gehen wir aufeinander zu als Sich-Wahrnehmende, Sich-Fragende, Sich-Austauschende, so direkt wie möglich, ohne grosse Umwege über das teils so geliebte "eigene" Wissen, sich bemühen, eigene Worte zu finden, die im Stammeln sich gebären, um die Worte zu finden, die man in sich sich bewegen spürt. Das Ringen um die Worte der Erlösung, der Befreiung eigener Kräfte, das lichter werden im Suchen und Formulieren. Die Schatten in mir zeigen auf mein Licht, das uns alle nährt. Um diese Wege beschreiten zu lernen, gilt es, sie zunächst sehen und dann beschreiben zu lernen, ganz menschlich.